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Praktikum bei Big Dutchman Inc. in den USA
Die Chance ein Praktikum bei Big Dutchman Inc. (BDUS) zu machen, war ein ganz besonderes Highlight sowohl meiner Ausbildung bei Big Dutchman als auch meines Lebens. Diese Erfahrung war nicht nur im Hinblick auf die Erweiterung meiner Sprachkenntnisse eine Bereicherung, auch auf kultureller Basis konnte ich viel dazulernen.
Begonnen hat der Trip eher stressig. Nach dem langen Flug und der Tatsache, dass ich meinen Koffer am Ende des Fluges nicht entgegennehmen konnte, wurde ich jedoch sehr herzlich am Zielflughafen Grand Rapids von meiner Kollegin und Gastgeberin Kathleen Moroney empfangen. Die nächsten fünf Wochen durfte ich bei ihr, ihrer Katze Chichi und dem Hund Abby in einem behüteten und freundlichen Zuhause verbringen.
Nach der ersten erholsamen Nacht ging es am nächsten Morgen auch gleich zu BDUS. Dort empfingen mich alle Kollegen auch recht herzlich. Ein „Welcome“ Schild beim Empfang und ein großes „Welcome“ Plakat im Großraumbüro machten mich wirklich sprachlos. Nachdem mir mein Arbeitsplatz in der Abteilung des Customer Services gezeigt wurde, ging es schon weiter mit einer Einführung in den Betrieb. Ich wurde allen Mitarbeitern persönlich vorgestellt und hatte gleich die Gelegenheit viele Namen zu lernen J.
In den ersten Wochen bei BDUS hatte ich die Gelegenheit mich mit so gut wie jedem Mitarbeiter einige Stunden über deren Aufgaben in der Firma zu unterhalten und auch einige private Gespräche zu führen, sodass ich einen direkten Einblick in die Geschäftsvorgänge von BDUS gewinnen konnte und mir zugleich „the American way of life“ näher gebracht wurde.
Nach dem zweiwöchigen „shadowing“, wie es die Kollegen bezeichneten, konnte ich an einem Projekt arbeiten. Da die Prozesse des After Sales Services bei BDUS noch nicht ganz ausgebaut waren bzw. keinen festen Abläufen folgten, hatte man mir die Chance gegeben, die Vorgänge des deutschen ASS Bereichs mit den Amerikanischen zu vergleichen und das Beste aus beiden, zugeschnitten auf die amerikanischen Strukturen, rauszuholen. Das komplette Projekt angefangen von der Recherche über die neu erstellten Flow Charts bis zum Resümee konnte ich anschließend in einer Projektmappe zusammenfassen und vorstellen.
Desweiteren wurde von den deutschen Kollegen ein neues Tool im Enterprise System vorgestellt, welches die Erstellung von Service Reports erleichtert. Hier hatte ich die Möglichkeit die Übersetzungen der englischen Version nochmals durchzuschauen und abschließend die Änderungen mit einem amerikanischen Kollegen zu besprechen. Dies trug sehr zum Verständnis der englischen Sprache bei.
Besuche bei Zulieferern wie Leedy MFG, Starbuck und Agritek zeigten mir die amerikanische Produktion und das Geschäftsverhältnis dieser Lieferanten zu Big Dutchman. Auch hatte ich die Gelegenheit zwei Kunden zu besuchen. Bei dem Kunden „Konos“ konnte ich einen Einblick in den Aufbau einer Anlage gewinnen, die so nur in Amerika verkauft wird. Bei „Schippers“ hatte ich die Möglichkeit eine Eier-Abpackstation zu sehen. Das Besondere bei diesem Kunden sind zudem die 4 von insgesamt 8 Häusern, die noch mit sehr alten Anlagen ausgestattet sind. Jedes der 4 neueren Häuser hingegen weißt eine jeweils neue technische Änderungen auf. So konnte ich während des Besuches einer Farm mehrere Generationen von Anlagen made by Big Dutchman Inc. sehen - eine kleine Zeitreise in der Hühnerstalleinrichtung.
Den amerikanischen Kollegen war es allerdings auch sehr wichtig, dass ich so viel wie möglich von Amerika sehe und die amerikanische Lebensweise kennenlerne. So hatte ich die Möglichkeit mit einer Kollegin einen Tagestrip nach Chicago zu machen, mit Freunden „Mackinac Island“ zu besuchen und ein weiteres Highlight war ein Wochenende bei den Niagara Fällen. Ein besonderes Erlebnis war es mit einer Kollegin und ihrer Familie zusammen Kanu zu fahren, mit Gewehren auf kleine Zielscheiben zu schießen und am Kalamozoo River zu angeln - ich hatte das Glück einen 26 Pfund schweren Flathead Catfish (Wels) rauszuziehen J. Auch das „4-wheeling on a 2-track“ durch die Dünen des Silverlakes war ein ganz besonderes Abenteuer. Schwimmen im Lake Michigan, ein Besuch eines Baseball-Spieles und vieles mehr. Das vielfältige Angebot an Freizeitmöglichkeiten nahm kein Ende, genauso wenig wie das Angebot an Einkaufsmöglichkeiten. An keinem Feierabend, an keinem Wochenende habe ich mir das entgehen lassen.
Nicht nur das Land ist großzügig gestaltet und offen, auch die Menschen sind sehr freundlich und offen. Es war mir eine Freude mit den amerikanischen Kollegen zusammenzuarbeiten, unter denen ich viele als neue Freunde gewonnen habe. Dieses Erlebnis und die dort gesammelten Erfahrungen werden mir immer in Erinnerung bleiben.
Lohne, 01.11.2010
Natalia Krieger
