11.03.2017

Robuster Sensor DOL 53 misst dauerhaft Ammoniakkonzentration in der Stallluft

Stallklima: Neuartiger Messfühler ist ein Meilenstein in der Geflügelhaltung

Ab sofort vermarktet Big Dutchman eine preisgekrönte Sensorneuheit der Firma Dräger: Mit dem DOL 53 können Landwirte erstmals dauerhaft die Ammoniakkonzentration in ihren Geflügelställen messen und überwachen. Die Daten ermöglichen eine optimale Anpassung von Stallklima, Entmistung und Futtermanagement. Erfreuliches Resultat: Der Ammoniakgehalt in der Luft kann durch gezieltes Management signifikant reduziert werden. Negative Auswirkungen auf die Tiergesundheit wie Atemwegserkrankungen oder Fußballenentzündungen lassen sich damit zeitnah abwenden. 

"Die Tiere sind folglich gesünder, sie verwerten ihr Futter besser und die Herden fallen merklich uniformer aus. Für unsere Kunden schlägt sich dies in einem positiveren Betriebsergebnis nieder und sie sorgen gleichzeitig für mehr Tierwohl im Stall", erläutert Big Dutchman-Produktmanager Heinz Südkamp die Vorzüge einer kontinuierlichen NH3-Messung. 

Dauerhaft Stallklima überwachen 

Ein Novum ist die robuste Bauweise des DOL 53. Bisher war eine kontinuierliche Messung von NH3-Emissionen im Stall problembehaftet: Luftfeuchtigkeit, Staub und vor allem das aggressive Schadgas Ammoniak selbst setzen den am Markt erhältlichen Sensoren nach kurzer Zeit so stark zu, dass sie unter Umständen keine praxistauglichen Messwerte mehr liefern. Ganz anders bei dem neuen Messfühler: Wie Langzeitstudien in Labor und Praxis beweisen, zeigt sich die Innovation völlig unbeeindruckt von Temperatur- und Feuchteschwankungen oder anderen Gasen wie Methan oder CO2. 

Der DOL 53 lässt sich unkompliziert im Stall installieren und dort mit der Klimasteuerung koppeln. Auf Basis der dauerhaften, sehr präzisen Datenmessung und -übermittlung ist das System zu jedem Zeitpunkt über die Ammoniakkonzentration in der Luft informiert und kann situationsbedingt die Ventilation anpassen. 

Herausragend: Der Sensor hilft bei der konkreten Identifizierung effektiver Reduktionspotenziale. "Geflügelhalter können direkt an der Quelle Einfluss nehmen, indem sie beispielsweise die Entmistungsintervalle ändern", konkretisiert Südkamp. Maßnahmen wie einmal mehr in der Woche den Kot aus dem Legehennenstall hinaus zu transportieren bzw. in der Geflügelmast das Einstreumanagement zu optimieren senken deutlich den NH3-Gehalt in der Stallluft. Ein weiteres Einsatzgebiet für den DOL 53-Sensor in der Geflügelhaltung ist die Kottrocknung – sowohl im Stall als auch in einem angegliederten Kottrocknungstunnel. 

Stellschraube Fütterung 

"Falsches Futter stinkt mehr!" weist der Produktmanager auf eine weitere Ursache für erhöhte Ammoniakkonzentrationen hin. Schließlich bewirkt die Gabe von hochproteinhaltigem Futter in der Geflügelhaltung, dass mehr Ammoniak ausgeschieden wird

Die gute Nachricht: Nur 2 % weniger Protein im Futter können NH3-Emissionen bereits um 24 % reduzieren. Dies berichtet die renommierte Fachzeitschrift Poultry World in ihrer Onlineausgabe vom 1. August 2016. Futterrezepturen, Mengendosierung oder feiner gemahlenes Futter – Landwirte, die die fütterungsbedingten Ammoniakemissionen im Auge behalten, können einige Stellschrauben drehen. 

Der DOL 53-Messfühler lässt sich problemlos in bestehende Ställe integrieren – unabhängig davon, ob diese mit Big Dutchman-Equipment ausgerüstet sind. Das Gerät ist mit einer universellen Schnittstelle von 0 bis 10 Volt versehen und kann an alle handelsüblichen Klimasteuerungen angeschlossen werden. 

Anlässlich der EuroTier 2016 hat eine von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) eingesetzte internationale Expertenkommission den Messfühler mit einer Neuheiten-Silbermedaille ausgezeichnet.