20.04.2017

Antworten des Oldenburger Münsterlandes auf die Herausforderungen der neuen Düngeverordnung

„Wohin mit der Gülle und den Gärresten?“

Selbstbewusst und zuversichtlich präsentierte das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) auf einer Pressekonferenz am 07.04.2017 bei der Firma Kotte Landtechnik in Rieste seine Lösungen zur Bewältigung der Nährstoff-überschüsse aus Tierhaltung und Biogasanlagen.

In seinem Eingangsstatement konstatierte Staatssekretär Dr. Aeikens vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), dass ein ausgewogener Kompromiss zwischen den Umweltinteressen und einer praxistauglichen Lösung für unsere Bauern gelungen sei. Es wurde ein Paket geschnürt, das der bäuerlichen Landwirtschaft ein ökonomisch tragfähiges und zugleich ressourcenschonendes Wirtschaften ermögliche. Die Düngeverordnung ziele darauf ab, dass bei der Düngung die Effizienz steige und damit Nährstoffverluste in das Grundwasser und Emissionen von Ammoniak in die Luft verringert würden. „Unsere landwirtschaftlichen Betriebe benötigen Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Das ist jetzt gelungen.“, so Dr. Aeikens.

Im Anschluss stellte Heinz-Hermann Wilkens von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen die Auswirkungen der rechtlichen Regelungen auf die Landwirtschaft im Oldenburger Münsterland anhand konkreter Zahlen dar. Diese macht eindrucksvoll den hohen Handlungsbedarf deutlich. Trotz schon enormer Mengen in Höhe von 2,4 Millionen Tonnen, die aus der Region exportiert würden, verbleiben in der Region bedeutende Phosphatüberschüsse. Es müssten weitere Anstrengungen auf allen Ebenen stattfinden, um den gesetzlichen Anforderungen, aber auch den Erwartungen der Gesellschaft zu genügen.

Dazu stellte das AEF die unterschiedlichen Lösungsansätze vor. Ein Großteil davon sind Ergebnisse des vom BMEL geförderten Projektes „Bioenergie-Region Südoldenburg“. So zum Beispiel die Optimierung der Stoffströme sowie der Aufbau einer Logistikschiene auf technisch hohem Niveau durch GPS gesteuerte Kombiliner, die Nährstoffe wegbringen und Futtermittel zurückführen. Ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem, das landesweit verbindlich eingeführt werden soll, werde mehr Akzeptanz und Vertrauen schaffen, so Uwe Weddige vom Verband der Maschinenringe Niedersachsens. 

Die Unternehmen der Region hätten frühzeitig Aufbereitungsverfahren zur technischen Reife gebracht, die die Transportwürdigkeit der Gülle und der Gärreste erhöht haben. Messgeräte zur Bewertung der Nährstoffgehalte seien entwickelt worden.

Parallel dazu sind zur besseren Nutzung der Nährstoffe und zur Reduzierung der Emissionen Ausbringungstechniken, wie Schleppschuh, Schlitz- und Injektionstechnikverfahren von Unternehmen des Oldenburger Münsterlandes entwickelt worden und verfügbar.

Auch im Bereich der Fütterung hat es Entwicklungen gegeben, die in erheblichem Umfang zur Reduktion von Stickstoff und Phosphat beitragen. 

Mit dem umfangreichen Lösungsangebot, das ergänzt wird durch technische Verwertungsanlagen, die Praxisreife erlangt haben, können in der Region eingesetzt werden. Damit wird der der Druck auf den Export genommen und die Veredlung der Nährstoffe zu hochwertigen Materialien vorangebracht.

Das AEF ist zuversichtlich, dass mit den erarbeiteten innovativen Lösungsansätzen die Herausforderungen der Nährstoffüberschüsse ökologisch und ökonomisch verträglich gelöst werden. „Nun ist es die Entscheidung des einzelnen Landwirtes, die für seinen Betrieb passende Lösung auszuwählen“, so der Vorsitzende des AEF, Uwe Bartels.